Rumänisches Kreuzheben richtig ausführen: Technik, Muskeln und Varianten

Frau im Fitnessstudio hält eine beladene Langhantel auf Kniehöhe, die Hüfte in der Hüftbeuge nach hinten geschoben

Kurz gesagt

Beim rumänischen Kreuzheben (Romanian Deadlift, kurz RDL) stehst du aufrecht und hältst eine Langhantel an der Hüfte, die Knie leicht gebeugt. Schieb die Hüfte nach hinten und lass die Stange an den Oberschenkeln entlang nach unten gleiten, mit geradem Rücken und nah an den Beinen. Halt an, wenn du die Beinbeuger (Hamstrings) deutlich gedehnt spürst oder etwa auf Höhe der Schienbeinmitte angekommen bist. Dann schieb die Hüfte nach vorn und richte dich auf. Die Übung trainiert vor allem Beinbeuger und Gesäß. Rücken, Griff und Rumpf halten die Position.

Müsste ich eine Liste der besten Übungen für den Muskelaufbau schreiben, hätte ich keinen Zweifel: Das rumänische Kreuzheben gehört ganz nach vorn. Es ist eine seltene Verbundübung, die eine verhältnismäßig einfache Technik mit viel Muskelaufbau in der Muskulatur der Körperrückseite verbindet. In diesem Ratgeber steht alles, was du über die Übung wissen musst: Vorteile, Technik, häufige Fehler, Tipps, Varianten und mehr. Also los!

Die Übung ist für Frauen und Männer gleichermaßen perfekt. Sie trainiert Gesäß, Oberschenkelrückseite und Rücken und hilft dir deshalb, einen kräftigen, ausgewogenen Unterkörper aufzubauen.

Diese Seite widmet sich ganz einer einzelnen Übung. Komplette Einheiten findest du in meinen Ratgebern zu den besten Beinübungen und den besten Gesäßübungen.

Welche Muskeln arbeiten?

Beim rumänischen Kreuzheben arbeiten vor allem Latissimus, Trapezmuskel, Gesäßmuskeln, Beinbeuger, Unterarme, Bauchmuskeln und Rückenstrecker (die Muskeln entlang deiner Wirbelsäule). Sie arbeiten aber nicht alle auf die gleiche Weise:

MuskelAufgabe bei der Übung
Beinbeuger (Oberschenkelrückseite)Hauptarbeiter: Sie strecken die Hüfte und werden auf dem Weg nach unten gedehnt
Großer Gesäßmuskel (Gluteus maximus)Hauptarbeiter: schiebt die Hüfte zum Aufrichten nach vorn
Großer Adduktor (Oberschenkelinnenseite)unterstützt die Hüftstreckung
Rückenstrecker (Muskeln entlang der Wirbelsäule)halten deinen Rücken die ganze Zeit gerade
Latissimus, Trapezmuskel und Rautenmuskeln (oberer Rücken)halten die Stange nah am Körper und die Schultern stabil
Unterarme und Griffhalten die Stange, ohne sich zu bewegen (isometrische Arbeit)
Bauch und Rumpfspannen den Rumpf an, damit die Bewegung aus der Hüfte kommt

Wenn du eine Übersicht über diese Muskeln möchtest: Mein Ratgeber zu den Beinmuskeln erklärt, wie sie aufgebaut sind und was jeder einzelne tut.

Woher der Name kommt

Vorteile: Darum gehört die Übung in dein Training

Sie kräftigt alle Muskeln auf der Körperrückseite

Die Körperrückseite kommt bei einem beträchtlichen Teil der Trainierenden zu kurz. Diese Muskeln siehst du im Spiegel nicht, deshalb messen viele ihnen wenig Bedeutung bei. Außerdem ist es schwer zu erkennen, ob zwischen Muskeln, die du kaum sehen kannst, ein Ungleichgewicht besteht.

Das rumänische Kreuzheben hat enormes Potenzial, alle Muskeln der Körperrückseite aufzubauen: von Trapezmuskel, Rautenmuskeln und Latissimus über die Rückenstrecker und das Gesäß bis hinunter zu den Beinbeugern. Es trainiert sie alle ausgewogen. Auch ein vergleichsweise schwacher Muskel wird von der Übung gezwungen, besser zu werden, und zieht im Vergleich zum Rest nach.

Baut es die Beinbeuger auf? In einer sechswöchigen Studie trainierten 32 junge Erwachsene zweimal pro Woche entweder das rumänische Kreuzheben mit langsamer Abwärtsphase oder Nordic Hamstring Curls. Im Ultraschall wuchs der Querschnitt der Beinbeuger um etwa 10 %, ohne klaren Unterschied zwischen den beiden Übungen. Die Studie ist kurz und wurde mit jungen Erwachsenen durchgeführt, aber sie zeigt, dass der RDL die Oberschenkelrückseite aufbauen kann.

Das ist wichtig, denn Kniebeugen allein tun für die Beinbeuger wenig. In einer zehnwöchigen Studie mit 17 Männern ließen volle und halbe Kniebeugen den Quadrizeps wachsen, die Beinbeuger veränderten sich aber nicht. Eine Hüftbeuge wie der RDL schließt diese Lücke.

Deine Muskeln bleiben sehr lange unter Belastung

Bei dieser Kreuzheben-Variante liegt durchgehend Spannung auf den Muskeln, weil du die Stange nicht auf dem Boden ablegst. Diese ständige Spannung erhöht die Last, die deine Muskeln bekommen. Denk daran: Je größer die Spannung auf dem Muskel, desto wirksamer baust du Muskeln auf.

Für mehr Intensität: Mach zwischen den Wiederholungen keine Pause. Wenn du oben aufrecht stehst, halte kurz inne und starte gleich die nächste Wiederholung.

Sie stärkt deinen unteren Rücken für das Bücken im Alltag

Mit den Jahren wird kräftige Muskulatur immer wichtiger. Ein schwacher unterer Rücken kann Schmerzen, eine schlechte Haltung, Verletzungen im Training und mehr verursachen. Viele Menschen haben Rückenschmerzen, weil sie viel sitzen oder Übergewicht haben.

Das rumänische Kreuzheben ist eine funktionelle Übung, die Rücken, Beweglichkeit, Gleichgewicht und mehr fördern kann. Die Übung ahmt das Bücken nach. Sie trainiert alle Muskeln, die dir beim Bücken helfen, und erleichtert dir deshalb Aufgaben im Alltag, etwa eine Getränkekiste oder einen Karton anzuheben.

Frau im Fitnessstudio beugt sich mit geradem Rücken in Hüfte und Knien nach vorn, um einen Pappkarton aufzuheben – eine Alltagsversion der Hüftbeuge
Dieses und die folgenden Bilder sind KI-generiert.

Sie verbessert die Griffkraft

Das rumänische Kreuzheben ist eine hervorragende Übung für einen kräftigen Griff. Deine Unterarme müssen das gesamte Gewicht halten. Die schwere Last lässt sie hart in einer isometrischen Kontraktion arbeiten (sie halten, ohne sich zu bewegen). Diese Arbeit hilft dir, Arme aufzubauen, die ein schweres Gewicht lange halten können.

Übrigens: Mit Zughilfen (Lifting Straps) kannst du es deinen Händen leichter machen, die Stange zu halten.

Rumänisches Kreuzheben oder klassisches Kreuzheben: Was ist besser?

Das rumänische Kreuzheben ist eine Variation des klassischen Kreuzhebens. Für den Muskelaufbau hat es einen besonderen Vorteil: Du kannst die Körperrückseite wirksam aufbauen, ohne sie mit schweren Gewichten zu belasten und eine Verletzung zu riskieren.

Außerdem legst du die Stange beim rumänischen Kreuzheben nicht ganz auf dem Boden ab, sodass die Spannung auf den Muskeln während der gesamten Übung erhalten bleibt. Je größer die Spannung auf dem Muskel, desto wirksamer ist der Reiz für das Muskelwachstum.

Wenn dein Ziel ist, Kraft aufzubauen und hohe Gewichte zu heben, bleibst du besser beim klassischen Kreuzheben.

Rumänisches KreuzhebenKlassisches KreuzhebenKreuzheben mit gestreckten Beinen (Stiff-Leg Deadlift)
Startoben (im Stand)vom Bodenvom Boden oder von oben
Knieleicht gebeugt, der Winkel bleibtbeugen und strecken sich deutlichfast gestreckt
Die Stange geht runter bisetwa Schienbeinmitte oder so weit, wie dein Rücken gerade bleibtbei jeder Wiederholung bis zum Bodenso tief, wie deine Beweglichkeit mit geradem Rücken erlaubt
HauptmuskelnBeinbeuger, GesäßGesäß, Quadrizeps, Rücken, BeinbeugerBeinbeuger, Gesäß
Am besten fürMuskelaufbau an der Oberschenkelrückseitemaximale Kraft, die schwersten Lasteneine stärkere Dehnung (Fortgeschrittene)

Was die Forschung sagt: In einer Studie mit 21 Männern zeigte das klassische Kreuzheben bei gleicher Last mehr Muskelaktivität an der Oberschenkelvorderseite (Rectus femoris) und etwas mehr im Gesäß als der RDL. Das passt zur stärkeren Kniebeugung beim klassischen Heben. In einer anderen Studie machten 10 erfahrene Bodybuilder den RDL, den RDL auf einer Erhöhung und das Kreuzheben mit gestreckten Beinen. Die Variante mit gestreckten Beinen zeigte mehr Aktivität im Gesäß, der RDL mehr in einem der inneren Beinbeuger (Semitendinosus). Die Variante auf der Erhöhung mit ihrem größeren Bewegungsumfang zeigte insgesamt die höchste Aktivität.

Beide Studien maßen die Muskelaktivität, nicht das Wachstum, und Aktivität sagt Wachstum nicht immer voraus. Alle drei Übungen sind gut. Wähle die, die zu deinem Ziel und deiner Beweglichkeit passt.

Rumänisches Kreuzheben Schritt für Schritt

  • Greif die Stange etwa schulterbreit oder etwas weiter. Wichtig ist, dass deine Hände etwas breiter als deine Knie sind, damit die Arme auf dem Weg nach unten nicht an den Beinen reiben.
  • Stell dich aufrecht hin, die Füße schulterbreit (in einer Studie mit 30 trainierten Männern waren mit schulterbreitem und weitem Stand mehr Wiederholungen möglich als mit engem, und ein weiter Stand beanspruchte den großen Gesäßmuskel stärker; Studie), der Rücken gerade, die Brust angehoben. Beug die Knie leicht, ohne sie durchzudrücken, und behalte diese Beugung die ganze Wiederholung über bei.
  • Schieb die Hüfte nach hinten, bis dein Rücken gerade ist und dein Oberkörper fast parallel zum Boden liegt.
  • Halte die Stange die ganze Übung über nah am Körper, damit dein Rücken gerade bleibt. Oben befindet sie sich etwa auf Hüfthöhe.
  • Schieb das Gesäß nach hinten und geh mit geradem Rücken und gestreckten Armen nach unten, bis die Stange die Mitte deiner Schienbeine erreicht.
  • Halte kurz inne, konzentrier dich auf die Dehnung in den Beinbeugern und richte dich wieder auf, bis dein Körper gerade ist. Spann oben das Gesäß an und lehn dich nicht nach hinten.

Wenn du ein Rack hast, stell die Stange etwa auf Höhe deiner oberen Oberschenkel ein, damit du sie im Stand herausheben kannst. Ohne Rack kannst du die Übung vom Boden aus beginnen: Beug die Knie und heb die Stange wie beim klassischen Kreuzheben mit geradem Rücken an, bis du aufrecht stehst. Danach machst du deine Wiederholungen von oben.

Stangenweg: Die Stange bewegt sich in einer nahezu senkrechten Linie über der Mitte deiner Füße. Wandert sie nach vorn, weg von den Beinen, verlagert sich die Last in den unteren Rücken.

Die Hüftbeuge lernen: Übe zuerst ohne Gewicht. Stell dich etwa eine Fußlänge vor eine Wand und schieb die Hüfte nach hinten, bis dein Gesäß sie berührt, den Rücken gerade und die Knie weich. Eine andere Möglichkeit: Halte einen leichten Stab entlang deines Rückens, sodass er Kopf, oberen Rücken und Steißbein berührt. Verliert einer dieser Punkte den Kontakt, rundet sich dein Rücken.

Wie tief solltest du gehen?

Deine Beweglichkeit in den Beinbeugern und die Position deines Rückens bestimmen, wie tief du kommst, nicht der Boden. Senk die Stange nur so weit, wie du mit geradem Rücken kannst und die Hüfte sich noch nach hinten bewegt.

  • Für die meisten ist das etwa die Schienbeinmitte.
  • Sind deine Beinbeuger verspannt, hörst du anfangs vielleicht etwas höher als auf Schienbeinmitte auf. Das ist in Ordnung: Geh so tief, wie deine Beweglichkeit mit geradem Rücken zulässt. Mit der Übung wächst der Bewegungsumfang oft von selbst.
  • Sobald sich dein unterer Rücken zu runden beginnt oder die Hüfte nicht mehr nach hinten wandert und sich nur noch dein Rücken nach vorn beugt, bist du weit genug.
Frau im Fitnessstudio am tiefsten Punkt der Hüftbeuge: Sie hält eine beladene Langhantel mit gestreckten Armen knapp über dem Boden, die Knie gebeugt und die Hüfte nach hinten geschoben

Häufige Fehler und wie du sie behebst

1. Die Knie zu stark beugen

Beugst du die Knie zu stark, wird aus dem rumänischen Kreuzheben ein klassisches Kreuzheben oder sogar eine Art Kniebeuge. Dann übernimmt der Quadrizeps einen großen Teil der Last, und du verfehlst den Hauptzweck der Übung: die Körperrückseite zu trainieren.

Zieh die Hüfte nach oben, Richtung Decke. Beim Kreuzheben bewegt sich die Hüfte in einer horizontalen Ebene (vor und zurück), bei der Kniebeuge in einer vertikalen Ebene (auf und ab). Denk beim rumänischen Kreuzheben statt an „rauf und runter“ an „vor und zurück“.

2. Der Bewegungsumfang ist unvollständig

Das ist einer der häufigen Fehler bei dieser Übung. Viele senken die Stange nur bis Kniehöhe, bevor sie wieder aufrecht stehen. Diese halbe Bewegung lässt dem Muskel einen riesigen Reiz entgehen. Ein halber Reiz bringt halbes Muskelwachstum.

Stimmt, mit vollem Bewegungsumfang hebst du weniger Gewicht, dafür steigt die Wirksamkeit deutlich, und das Verletzungsrisiko sinkt.

Achte darauf, beim Absenken die Mitte deiner Schienbeine zu erreichen. Kommst du nicht so tief, geh so weit nach unten, bis dich deine Beweglichkeit stoppt, den Rücken weiter gerade.

3. Den Rücken runden

Wenn du dich mit rundem Rücken zum Boden streckst, wandert die Last von den Beinbeugern auf die Wirbelsäule. Nimm weniger Gewicht, heb die Brust ein wenig an und geh nur so tief, wie du es mit geradem Rücken schaffst.

4. Die Stange von den Beinen wegdriften lassen

Schwingt die Stange nach vorn, muss dein unterer Rücken viel härter arbeiten. Halte den Latissimus angespannt, als wolltest du die Stange in die Oberschenkel drücken, und lass sie an deinen Beinen entlanggleiten.

5. Sich oben nach hinten lehnen

Steh oben aufrecht und spann das Gesäß an. Wer sich über die aufrechte Position hinaus nach hinten lehnt, bringt seinen Muskeln nichts und belastet den unteren Rücken zusätzlich.

Varianten

Kreuzheben mit gestreckten Beinen (Stiff-Leg Deadlift)

Das Kreuzheben mit gestreckten Beinen ist eine kraftvolle Variante, um Gesäß und Beinbeuger zu entwickeln. Bei dieser Übung hältst du die Beine beim Absenken fast vollständig gestreckt. Diese Position schaltet den Quadrizeps praktisch aus, dehnt Beinbeuger und Gesäß und verlagert den größten Teil der Last auf sie.

Nicht viele Trainierende beherrschen diese Übung. Sie verlangt viel Beweglichkeit und eine gute Beherrschung der Langhantel-Technik. Lerne zuerst das rumänische Kreuzheben.

Rumänisches Kreuzheben mit Kurzhanteln

Nicht jeder hat Zugang zu einer Langhantel, deshalb ist es gut zu wissen, dass du die Übung auch mit Kurzhanteln machen kannst. Die Technik dieser Variante ist sehr ähnlich, du hältst die Kurzhanteln nur seitlich am Körper oder vor den Oberschenkeln.

Sie ist eine ausgezeichnete Übung für Einsteiger oder für alle, die mit verhältnismäßig leichten Gewichten arbeiten. Mit hohen Gewichten kommst du mit Kurzhanteln nur schwer voran: Bei Kurzhanteln sind die Sprünge 2,5 kg pro Hand. Bei der Langhantel beträgt der Sprung 2,5 kg für beide Hände zusammen. Außerdem fordern Kurzhanteln deinen Griff stärker, und die Bewegung fühlt sich weniger bequem an.

Mann im Fitnessstudio beugt sich in der Hüfte nach vorn, in jeder Hand eine Kurzhantel, die vor seinen Schienbeinen hängt, die Knie leicht gebeugt

Einbeiniges rumänisches Kreuzheben

Das einbeinige rumänische Kreuzheben machst du mit einem Bein nach dem anderen: Steh auf einem Bein und lass das andere Bein hinter dir nach oben steigen, während du dich in der Hüfte nach vorn beugst. Du kannst die Übung mit dem Körpergewicht, mit einem Paar Kurzhanteln, einer Kettlebell oder mit Widerstandsbändern machen.

Der größte Vorteil des einbeinigen rumänischen Kreuzhebens: Es ist eine funktionelle Übung, die Koordination, Beweglichkeit, Stabilität und Gleichgewicht verbessert. Für schwere Gewichte eignet sie sich natürlich nicht. Sie dient nur dazu, diese Fähigkeiten zu verbessern. Halt dich mit einer Hand an einer Wand oder einem Rack fest, wenn du das Gleichgewicht verlierst.

Rumänisches Kreuzheben mit Widerstandsbändern

Hast du weder Langhantel noch Kurzhanteln zur Hand, kannst du das rumänische Kreuzheben auch mit Widerstandsbändern machen. Es gibt Bänder mit sehr hohem Widerstand, die eine echte Herausforderung sein können.

Die Technik ist ähnlich wie bei der klassischen Übung, mit ein paar Anpassungen. Stell dich mit beiden Füßen auf die Bänder, halte sie vor dir und richte dich mit der normalen Technik auf. Das Band wird beim Aufrichten schwerer, spann also oben das Gesäß kräftig an.

Sätze, Wiederholungen und Platz im Training

  • Wiederholungen: 6–12 pro Satz mit der Langhantel; 10–15 mit Kurzhanteln oder Band; 8–12 pro Bein bei der einbeinigen Variante.
  • Sätze: 3–4 mit etwa 2 Minuten Pause.
  • Anstrengung: Beende die meisten Sätze, wenn du noch ein bis drei saubere Wiederholungen schaffen würdest. Deine Technik beendet den Satz, nicht dein Ehrgeiz.
  • Tempo: Senk die Stange über etwa 2–3 Sekunden, halte unten kurz inne und komm kraftvoll wieder hoch.
  • Wie oft: ein- bis zweimal pro Woche, mit mindestens zwei Ruhetagen zwischen harten Einheiten für die Beinrückseite.
  • Reihenfolge: früh in deinem Bein- oder Unterkörpertraining, nach dem Aufwärmen mit ein paar leichten Sätzen.

Beispiel für eine Beineinheit

ÜbungSätzeWiederholungenPause
Kniebeuge36–102–3 Min.
Rumänisches Kreuzheben38–122 Min.
Split Squat28–12 pro Bein90 Sek.
Beinbeugen (Leg Curl)210–1560–90 Sek.
Wadenheben im Stehen310–1560 Sek.

Version für zu Hause: rumänisches Kreuzheben mit Kurzhanteln oder Band 3 × 12–15, einbeiniges rumänisches Kreuzheben 2 × 10–12 pro Bein, Split Squat 2 × 10–12 pro Bein und einbeinige Glute Bridge (Hüftheben) 2 × 12–15 pro Seite.

So hältst du deinen Fortschritt fest und weißt, wann es schwerer wird

Eine Einheit pro Woche, mit dem Gesamtgewicht auf der Hantel, die Stange eingerechnet, und einem Wiederholungsbereich von 8–12:

EinheitGewicht auf der StangeSatz 1Satz 2Satz 3
Woche 150 kg1098
Woche 250 kg11109
Woche 350 kg121110
Woche 450 kg121211
Woche 550 kg121212
Woche 652,5 kg998

Schaffst du in jedem Satz 12 Wiederholungen mit geradem Rücken und vollem Bewegungsumfang, erhöh um den kleinsten Sprung, den du hast, zum Beispiel um insgesamt 2,5 kg auf der Langhantel. Schreib auch auf, wie tief du gekommen bist. Bleibt eine Wiederholung höher als sonst stehen oder beginnt dein Rücken sich zu runden, zähl den Satz an dieser Stelle als beendet. Wenn du deine Kraft abschätzen möchtest, ohne ein echtes Maximum zu testen, hilft dir der Einwiederholungsmaximum-Rechner (Englisch).

Sicherheit

Fang leicht an und steigere das Gewicht in kleinen Schritten, bis sich die Hüftbeuge natürlich anfühlt. Halte den Rücken vom Kopf bis zum Steißbein gerade, spann vor jeder Wiederholung den Rumpf an und lass die Stange an deinen Beinen oder ganz nah daran. Senk die Stange nur so weit, wie du mit geradem Rücken kommst, und beende den Satz, sobald sich dein unterer Rücken zu runden beginnt oder deine Technik zerfällt. Gibt dein Griff vor deinen Beinbeugern nach, nimm Zughilfen, statt den Rücken zu runden, um festzuhalten. Leg die Stange im Rack auf etwa Höhe der oberen Oberschenkel ab, damit du sie nicht vom Boden hochziehen musst, und stell sie am Ende zurück ins Rack. Brich den Satz ab, wenn es wehtut, und wechsle zu einem leichteren Gewicht oder einer schmerzfreien Variante wie der mit Kurzhanteln.

Fazit

Würden Trainierende verstehen, wie viel Nutzen diese Übung bringt, sähe die Trainingswelt völlig anders aus. Mit dem rumänischen Kreuzheben baust du viel Muskulatur in allen Muskeln der Körperrückseite auf. Außerdem entwickelst du einen funktionelleren Körper, und viele Alltagsbewegungen fallen dir leichter.

Es dauert ein wenig, die Technik zu lernen, aber sie ist deutlich leichter als beim klassischen Kreuzheben. Bevor du schwer trainierst, solltest du die Technik gut beherrschen.

Häufige Fragen

Welche Muskeln trainiert das rumänische Kreuzheben?

Vor allem Beinbeuger und Gesäß. Die Muskeln entlang der Wirbelsäule, der obere Rücken, die Unterarme und der Rumpf arbeiten hart, um die Position und die Stange zu halten.

Ist der RDL besser als das klassische Kreuzheben?

Das hängt von deinem Ziel ab. Der RDL ist leichter zu lernen und hält die Oberschenkelrückseite unter ständiger Spannung, was für den Muskelaufbau passt. Das klassische Kreuzheben nutzt mehr vom Quadrizeps und lässt dich die schwersten Gewichte heben, was für Kraftziele passt.

Was ist der Unterschied zwischen RDL und Kreuzheben mit gestreckten Beinen?

Beim RDL bleiben die Knie leicht gebeugt, und die Hüfte wandert nach hinten. Beim Kreuzheben mit gestreckten Beinen bleiben die Beine fast gerade, deshalb ist die Dehnung größer. Es verlangt mehr Beweglichkeit und bleibt besser erfahrenen Trainierenden überlassen.

Wie stark sollen die Knie gebeugt sein?

Nur leicht, und die Beugung bleibt über die ganze Wiederholung gleich. Wandern die Knie nach vorn und sinkt die Hüfte, wird die Übung zur Kniebeuge.

Soll die Stange den Boden berühren?

Nein. Senk sie bis etwa Schienbeinmitte oder so weit, wie dein Rücken gerade bleibt, und richte dich wieder auf, ohne sie abzulegen.

Warum spüre ich es im unteren Rücken?

Meist, weil sich dein Rücken rundet, die Stange von den Beinen wegwandert oder du tiefer gehst, als deine Beweglichkeit erlaubt. Nimm weniger Gewicht, halte die Stange nah am Körper und verkürze den Weg. Brich den Satz ab, wenn es wehtut.

Warum spüre ich es nicht in den Beinbeugern?

Vielleicht beugst du die Knie zu stark, oder die Hüfte bewegt sich nach unten statt nach hinten. Schieb die Hüfte weiter nach hinten und halte die Schienbeine fast senkrecht.

Langhantel oder Kurzhanteln?

Kurzhanteln sind großartig zum Lernen und für leichtere Gewichte. Mit der Langhantel kannst du das Gewicht in kleineren Schritten steigern und mit der Zeit schwerer heben.

Kann ich die Übung zu Hause machen?

Ja, mit Kurzhanteln, einem Band oder einbeinig mit dem Körpergewicht.

Wie schwer soll ich trainieren?

Wähle ein Gewicht, das du für deine Zielwiederholungen mit geradem Rücken und vollem Bewegungsumfang heben kannst. Steigere es in kleinen Schritten.

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Quellen

Die Studienliste des englischen Ausgangsartikels wurde am 17. September 2026 abgerufen.

  1. Crawford S.K. et al., "Hamstrings Muscle Architecture and Morphology Following 6 wk of an Eccentrically Biased Romanian Deadlift or Nordic Hamstring Exercise Intervention", Med Sci Sports Exerc 2025;57(8):1799-1809. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40085810
  2. Kubo K. et al., "Effects of squat training with different depths on lower limb muscle volumes", Eur J Appl Physiol 2019;119(9):1933-1942. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31230110
  3. Lee S. et al., "An electromyographic and kinetic comparison of conventional and Romanian deadlifts", J Exerc Sci Fit 2018;16(3):87-93. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30662500
  4. Coratella G. et al., "An Electromyographic Analysis of Romanian, Step-Romanian, and Stiff-Leg Deadlift: Implication for Resistance Training", Int J Environ Res Public Health 2022;19(3):1903. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35162922
  5. Vigotsky A.D. et al., "Longing for a Longitudinal Proxy: Acutely Measured Surface EMG Amplitude is not a Validated Predictor of Muscle Hypertrophy", Sports Med 2022;52(2):193-199. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35006527
  6. Koderi M.F. et al., "The effects of stance width on muscle activation and performance during Romanian deadlift exercise", J Phys Conf Ser 2020;1529(2):022026. iopscience.iop.org/article/10.1088/1742-6596/1529/2/022026